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Shitstorm Verschwörung auf dem Finanzmarkt?

Vor Kurzem bin ich bei Kai Thrun auf einen guten Artikel gestoßen, in dem er die Theorie aufstellt, dass bei den Shitstorms der jüngeren Vergangenheit nachgeholfen worden sein könnte. Hierbei überprüft er Fakten, die darauf hindeuten, dass die Ursache darin liegt, dass jemand den Unternehmen Schaden durch das Zerstören der Online-Reputation zufügen wollte.

Ich habe mir darüber so meine Gedanken gemacht und bin da zu einer Idee gekommen, die vielleicht noch ein wenig weiter geht. Hier also mal meine Verschwörungstheorie. Zu Beginn möchte ich festhalten, dass die Ereignisse Bei McDonalds, H&M, Galileo etc. in letzter Zeit zwar ein Momentum auf Facebook hatten, an sonsten aber nicht für viel Erregung gesorgt haben. So ironisch das ist, aber in der Regel wird ein Online Problem für ein Unternehmen erst dann wirklich ernst, wenn es in die klassischen Medien überschwappt, wie es z.B. bei Greenpeace vs. Nestle passiert ist. Die ältesten mir bekannten Beispiele sind Dell (ausgelöst durch Jeff Jarvis) und United Airlines (united breaks Guitarrs). Was bei diesen beiden besonders war, waren die finanziellen Folgen. In beiden Fällen wurde der Brouhaha auch auf den Finanzmärkten sichtbar. Die Aktienkurse beider Unternehmen sind eingebrochen.

Nun ist ja bekannt, dass man an den Börsen heutzutage nicht nur Geld mit dem Kauf von Aktien verdienen kann, die man dann verkauft, wenn sie gestiegen sind, man kann durchaus auch Wetten darauf abschließen, dass ein Papier oder Rohstoff im Preis fällt. So gab es auch die Theorie, dass mit den Anschlägen vom 11.9. auf das World Trade Center Geld verdient wurde. Meine Theorie ist nun, dass jemand den Versuch gewagt hat, damit Geld zu verdienen, dass er durch einen Angriff über Facebook die Aktienkurse zu fallen bringt. Bisher ist mir kein Beispiel bekannt, dass das bei einem deutschen Unternehmen jemals der Fall gewesen wäre, aber ich finde bisher keinen Anhaltspunkt um nicht mal den Versuch zu wagen, Unternehmenswerte an der Börse zum Fallen zu bringen, indem man einen kleinen Skandal provoziert. Abhängig von den Größenordnungen ist das Risiko auch relativ gering. Klicks und Likes lassen sich relativ günstig erwerben und so denke ich, es kann doch gut sein, dass jemand einige Versuche gestartet hat solch einen Skandal herauf zu beschwören. Natürlich passt Galileo da nicht ganz ins Raster, da hier ein Sendeformat und nicht der Sender selbst angegriffen wurde, doch könnte die Häufung und Streuung auch ein Indiz einer Verschleierung sein. Man verübt mehrere Angriffe, um eine Rückverfolgung zu erschweren und so nicht direkt ins Fadenkreuz von Ermittlungen zu geraten.

Weiterhin wird die Theorie der Streuung dadurch unterstützt, dass durch das vermehrte Auftreten von Shitstorms im Sommerloch die klassische Presse mehr Anreiz hat, sich auf das Thema zu stürzen. Somit steigt die Wahrscheinlichkeit einer Berichterstattung an.

Fraglich ist, ob man mit gekauften Fans einen Shitstorm herauf provozieren kann. Sicherlich geht das nicht mit Profilen, die durch Bots angelegt wurden, aber unterdessen gibt es die Möglichkeit auch echte Profile mit Geld zum „liken“ zu animieren. Selbst wenn diese Nutzer dann nicht an dem Sachverhalt interessiert sind, so kommen durch die Likes doch viele Kontakte zustande, die dann wiederum interessiert sein könnten. Gerade habe ich bei der Recherche auch schon Angebote gefunden, bei denen man ganz bewusst Meinungsführer auf verschiedenen sozialen Plattformen kaufen kann. Ich bin also der Meinung, mit etwas finanziellem Aufwand kann man durchaus einen Shitstorm provozieren. Was man davon hat, ist eine ganz andere Sache…

Mich würde eure Meinung zu dem Thema nun wirklich interessieren. Ich freue mich auf Kommentare und Feedback.

Josef

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