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Organspende oder die Suche nach Ausreden

Begehrt bei der Organspende: Das Herz; Foto: Uwe Gille; Quelle: Wikipedia Lizenz: CC-BY-SA 3.0
Herz (Hund) – Foto: Uwe Gille; Quelle: Wikipedia Lizenz: CC-BY-SA 3.0
Es geht wieder durch die Nachrichten, Ärzte haben Patientenakten gefälscht, damit die Patienten auf der Warteliste für Spenderorgane nach oben rutschen. Das geht natürlich zu Lasten anderer Patienten, die dadurch länger warten müssen. Eventuell zu lang. Jetzt mal ganz schonungslos: Wenn es ein Herz gibt und zwei Menschen, die auf solch ein Spenderorgan warten, wird einer davon vielleicht sterben. Der andere hat eine deutlich bessere Überlebenschance. Es gibt Regeln für Vergabe von Organen. Wie diese genau aussehen ist mir nicht bekannt, darum soll es auch nicht gehen in diesem Beitrag. Interessant finde ich, dass uns sogar das Fernsehen vorlebt, wie geschummelt wird bei der Vergabe. Ich bilde mir ein, mich erinnern zu könen, dass es eine Folge der Serie Scrubs gibt, in der geschummelt wird, um Patienten weiter nach oben zu bringen auf der Empfängerliste. Nicht das Wahre, so was im Fernsehen zu zeigen, aber gut, Fernsehen halt.

Was sind nun aber die Folgen der Skandale? Die Menschen haben (noch mehr) Angst, sich als Organspender registrieren zu lassen. Das ist der Punkt, an dem ich mich frage, wieso das so ist? Ist es nicht eine Spirale nach unten? Noch weniger Organe führen doch dazu, dass noch mehr getrickst werden muss oder sehe ich das falsch? Hätten wir einfach “genug” Organe, wäre weniger Betrug nötig und mehr Menschen könnten leben? Nutzen wir die Schicksale derer, für die geschummelt wurde, um unsere Organe zu behalten, wenn wir sie nicht mehr brauchen?

An dieser Stelle muss ich wohl gestehen, dass ich selbst bisher kein Organspender bin. Wieso? Wohl aus dem gleichen Grund, weshalb ich mich bisher nicht für eine Knochenmakrspenderkartei registriert habe. Ich wurde nicht gezwungen, mich zu entscheiden. Wenn ich beim Beantragen des Führerscheins ankreuzen müsste, ob ich mit einer Organspende einverstanden bin oder nicht, ich würde “ja” wählen. Habe ich bedenken, dass weniger für mich getan wird, wenn es mal kritisch ist für mich? Ja ich denke schon. Vielleicht wäre hier eine Aufklärungskampagne hilfreich. Ich bin übrigens nicht der Meinung, dass Patienten mit mehr Geld von den Ärzten eher bevorzugt werden.

Meine Meinung zum Thema Organspende:
Beschäftigt euch mit dem Thema und entscheidet nach eurem Gewissen. Nutzt nicht die Skandale, um zu sagen “Jetzt habe ich einen Grund, nicht zu spenden”. Egal wer ein Organ erhält: er hat eine höhere Chance zu überleben.

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