Nicht richtig verbunden – was das smart Home von mir lernen kann

Das ist die Zukunft haben sie gesagt. Steuer dein ganzes Haus mit deiner Stimme haben sie in Aussicht gestellt. Alles ist ganz einfach und miteinander verbunden haben sie versprochen.

Smart Home – die Realität

Aber wie schaut es in der Realität aus, wenn es um das Smart Home geht? Ich habe wirklich einige Spielereien, die meinen Alltag smart machen sollen. Da gibt es das Sonos Soundsystem, die Osram Lampen, den Harmony Hub, das Fitbit Armband, die Withings/Nokia Waage, Thermostate von Tado und die Wetterstation samt Regenmesser von Netatmo. Sicher habe ich da jetzt sogar noch was vergessen. Zum steuern steht SIE im Wohn- und Schlafzimmer – Alexa, die Assistentin von Amazon. Sie ist unterdessen im wahrsten Sinne unsere erste Ansprechpartnerin, wenn wir beim kochen einen Timer brauchen, oder den Wecker für den nächsten Morgen stellen. Doch das ist ja noch nicht sonderlich smart. Eigentlich sollte alles verknüpft sein. Die Thermostate im Raum sollten z.B. wissen, wie warm es draußen ist, so dass man Abhängigkeiten einstellen und Abfolgen programmieren kann, aber das ist schon eine Fortgeschrittene Anforderung. Fangen wir doch mal ganz klein an.

Musik

Foto: Sonos (Pressefoto)
Das ist einer der Punkte, die einen zur Verzweiflung bringen können. Das Sonos Sound System kann auf verschiedene Musik Streaming Dienste zugreifen, darunter auch Spotify. Das funktioniert soweit auch recht gut. Unterdessen, eine ganze Weile nach den Versprechungen von Sonos, ist es nun auch möglich, Sonos mit Alexa zu steuern – das geht sogar so weit, dass Alexa die Musik leiser macht, wenn man sie anspricht. Aber auf Sonos eine Spotify Playlist über Alexa abspielen? Keine Chance. Alexa schickt nur Musik aus Amazon Musik an den Lautsprecher. Mal im ernst, so schwer kann das doch nicht sein oder? Ich denke, hier geht es eher um das Wollen, als um das Können. Habt ihr Erfahrungen mit anderen Diensten? Google? Apple? Macht das einer von diesen Assistenten?

Fitness Tracker

Nachdem ich schon seit einer Weile verschiedene Geräte zum Self-Measurement verwende, habe ich auch hier einige traurige Erfahrungen gemacht. Man hat ja immer die Wahl, alles von einem Hersteller zu kaufen oder man sucht sich die Geräte raus, die einem gefallen, auch wenn Sie aus unterschiedlichen Häuser kommen. So ist es auch bei mir. Ich hatte erst die Waage von Withings im Haus, deutlich später folgte dann ein Firnesstracker. Der erste war von Jawbone. Und da merkte ich dann, dass Fitnessdaten gar nicht so einfach unter Dach und Fach zu bringen sind. Es lässt nämlich nicht jede App zu, dass die Daten in eine andere geschoben werden können. Egal ob nun die App von Withings die Basis sein soll oder die von Jawbone. Auch Google Fitness war kein zufriedenstellender Hub um Gewicht, gegangene Schritte, Trainings und Pulsverlauf gesammelt in einer Übersicht zu bekommen. Glücklicherweise hat sich das unterdessen gebessert, da ich nun einen Fitbit Tracker habe. Diese App funktioniert recht gut und hat das meiste, was ich messen möchte drin. Mein Gewicht synchronisiert sie mit Withings. Insofern ist alles gut. Ich kann sogar Alexa fragen, wie viele Schritte ich schon gegangen bin. Funktioniert mal besser, mal schlechter, aber es geht.
Ebenso synchronisiert Fitbit auftomatisch die Trainings aus der Hauseigenen App Fitbit Coach, mit der man sich Fit halten und trainieren kann. Das hat mich positiv überrascht, weil ich schon mit dem Schlimmsten gerechnet habe. Generell ist es aber so, dass ich meine Daten, so denn ich sie erhebe, auch als MEINE Daten betrachte. Und damit will ich machen können, was ich will. Ich will nicht gebunden sein an Fitbit und deren Befindlichkeiten, welche anderen Apps Sie nun anbinden. Das gleiche gilt für alle Hersteller, die meine Daten in irgend einer Form erheben. Ich will da ordentliche Schnittstellen, mit denen ich alles dahin synchronisieren kann, wohin ich will. So schwer kann das ja nicht sein, denn die diversen Formate wie z.B. bei Kalendern und Telefonbüchern zeigen deutlich, was man machen kann. Wofür gibt es denn bitte sonst XML, wenn nicht zum einfachen Datenaustausch?

Die Sache mit der Kommunikation

Foto: Fitbit Alta HR – Fitbit Pressefoto.
Wieso ist es so schwer, Geräte miteinander sprechen zu lassen. Ein Beispiel: unsere Netatmo Security Kamera erkennt Gesichter und weiß, wenn jemand daheim ist. Die Tado Heizkörperthermostate richten sich mit der Steuerung der Temperatur danach, ob jemand zuhause ist und stellen das über die App und das GPS des Telefons sicher. Nur funktioniert das nicht immer. Auch die Netatmo erkennt Gesichter nicht immer zuverlässig. Wieso unterhalten sich die beiden also nicht? Wenn Netatmo feststellt, dass da ne Person durchs Bild läuft, wieso fragt die nicht mal bei tado nach, ob das System weiß, ob jemand daheim ist und wer? Und wenn Netatmo nach einer Stunde ohne Bewegung alle auf “abwesend” schaltet, dann kann es seine Meinung ja auch mal aktiv an die anderen Geräte weiter geben. Natürlich sollten die Geräte dann auch dran denken, ob sich nichts bewegt, weil keiner daheim ist oder weil man schläft (anhand der Uhrzeit sicher nicht so schwer… außerdem weiß mein Fitbit, ob ich schlafe. Das könnte man dann auch fragen). Und wenn es schon ums schlafen geht…Wieso merken die Rolladen nicht, wenn ich aufstehe und fahren erst dann automatisch hoch? Und wieso fahren die eigentlich nicht einfach dann runter, wenn es zu dämmern beginnt? Wieso muss ich denen sagen, um wieviel Uhr sie das machen sollen? Manche Automatismen lassen sich über IFTTT einrichten oder über andere Apps, die genau dafür da sind, aber das sind ja dann noch mehr Apps in denen ich was einstellen muss und nicht immer vereinfachen die dann das Leben. Jede App die mitmischt über Schnittstellen kann zu Fehlern und Verwirrungen führen, so dass es mit jedem zusätzlichen Dienst immer komplizierter wird und nicht unbedingt nur smarter.

Die lieben Assistenten

Ich muss gestehen, der einzige Assistent, den ich Nutze ist Alexa. Deshalb lässt sich das sicher nicht verallgemeinern auf Google und Apple, aber Siri ist stellenweise schon sehr eingeschränkt. Die Sprachkommandos sind teilweise so kompliziert, dass man ein Wörterbuch braucht oder per Sprache durch den Skill navigieren muss, weil man sich z.B. nicht merken kann, wie man den Staubsaugerroboter starten kann (der fehlt oben in der Aufzählung wohl noch…). Nur so nebenbei, damit ihr mich nicht für doof haltet, der richtige Befehl hierfür ist “Alexa, sage NEATO zu starten” – nicht wirklich intuitiv, da nicht wirklich das beste Deutsch. Am gravierendsten finde ich aber, dass mehrere Echo Geräte nicht untereinander kommunizieren können. Aus dem Wohnzimmer einen Wecker im Schlafzimmer stellen geht nicht. Per App geht das auch nicht. Wenn man den Wecker vergessen hat und der Partner schon im Bett ist, bleibt also nur flüstern und hoffen, dass man beim Wecker stellen niemanden weckt.

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Top Down oder Bottom up?

Bei der Anschaffung seiner Geräte hat man zwei mögliche Herangehensweisen. Man schaut sich Steuerungen an und kauft dann die dazu passenden Geräte um die Herausforderungen möglichst gut zu erfüllen. Auf der anderen Seite kann man auch die einzelnen Dinge, die man machen will analysieren und sich die dafür besten Geräte holen. Es gibt zum Beispiel viele Funksteckdosen, aber nicht alle sind gleich gut. Die Frage ist nun, ob einem die Steuerung wichtiger ist oder die Funktion selbst. Ich persönlich habe es so gemacht, dass ich mir die Systeme ausgesucht habe, die mir am besten zusagen. So bin ich mit der Leistung der einzelnen Dinge zufrieden, auch wenn nicht alles reibungslos in eine zentrale Steuerung integrierbar ist. Für mich persönlich war Amazons Alexa da schon eine gewisse Hilfe. Auf Grund der großen Marktdurchdringung geben sich viele Anbieter Mühe, ihre Geräte damit kompatibel zu machen. So wirklich reibungslos geht das noch nicht, aber es wird in der Tat immer mehr. Für wen die integrierte Steuerung das wichtigste ist, der sollte sich als erstes mit der zentralen Bedieneinheit beschäftigen. Es gibt da einige Möglichkeiten in verschiedenen Preisklassen, teilweise mit mehr oder weniger Einschränkungen bei den steuerbaren Geräten verbunden. Meiner Meinung nach gibt es noch keine wirklich gute Lösung auf dem Markt mit der sich die jeweils besten Geräte aller Kategorien steuern lassen. Aber wir werden sehen, was die Zukunft bringt, oder?

Fazit

Ich bin mir sicher, dass ich noch viele Details vergessen habe, über die ich mich im Alltag gelegentlich ärgere, weil ich es mir irgendwie anders vorgestellt hatte. Sei es, dass ein Sprachkommando nicht richtig erkannt wird oder wieder mal irgend ein Gerät durchdreht, weil es sich aufhängt oder seinen Server nicht erreicht. Alles in allem ist aber noch viel Luft nach oben zwischen den kleinen und großen Ärgernissen. Aber dennoch muss ich sagen, dass auch, wenn es noch nicht alles so funktioniert, wie ich mir das vorstelle, doch schon eine gewisse Erleichterung da ist. Ich mag es, dass ich einfach sage “saug mal” und die Wohnung sauber wird, dass ich einstelle, wie warm ich es gerne hätte, diese Temperatur dann konstant gehalten aber zum Energiesparen abgesenkt wird, wenn keiner daheim ist – natürlich nur soweit es Sinn macht und angepasst an die Baustatik. Außerdem gibt es auch Systeme, die all die kleinen Gadgets wirklich gut integrieren, aber solche zentralen Steuerungen, die einfach zu bedienen sind und die Abhängigkeiten können, die ich mir wünsche, die kosten leider einen Haufen Geld. Mal schauen, vielleicht ist es mir das ja mal wert 😉

Und natürlich drücke ich euch die Daumen, dass es euch nicht mal so geht:

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