Nacktfotos erfolgreich verbreiten

Wir alle kennen sie und, ohne meinen Lesern jetzt etwas unterstellen zu wollen, viele haben sie schon gemacht. Nacktfotos. Vor dem Spiegel, auf dem Sofa, unter der Bettdecke, lange haben wir uns geräkelt und verdreht, dutzende male den Auslöser gedrückt um dann am Ende festzustellen, dass das doch keiner sehen will. Damit euch das in Zukunft nicht mehr passiert möchte ich die aktuellen Geschehnisse nutzen, um euch ein paar Tipps zur Verbreitung eurer Nacktfotos zu geben. Die besprochenen Bilder von The Fappening gibt es hinter dem Link ganz unten. Aber erst fleißig lesen 😉

Was ist passiert

Ende letzter/Anfang dieser Woche tauchten im Internet einige Fotos von prominenten Frauen auf, die nicht widerstehen konnten, mit ihrem Smartphone genau das zu tun, was auch ihr alle macht: sich nackt zu fotografieren. Mit dabei waren unter anderem Rihanna, Jennifer Lawrence und Kirstin Dunst. Ich habe das recherchiert und kann die Meldungen nur bestätigen. Des Weiteren sind mir auch Krysten Ritter und Kate Upton in Erinnerung geblieben.

So bleibt erst mal zu sagen, gute Arbeit, der Erste Schritt wurde also erfolgreich absolviert, doch wieso gehen diese Bilder durch die Medien und nicht eure?

Snapchat kann jeder – ist aber völlig ungeeignet

Wer die App noch nicht kennt, Snapchat ist ein kleines Programm für Smartphones, bei dem ihr Bilder verschicken könnt, die nicht gespeichert werden können und sich nach der Betrachtung innerhalb von einigen Sekunden selbst löschen. So wird verhindert, das die Person am anderen Ende eure Katzen/Hunde/Haustiere nicht gegen deren Willen im Internet veröffentlicht. Sein wir doch mal ehrlich, das ganze System ist darauf ausgelegt, den Spaß zu haben, Bilder zu machen, auf denen man völlig bescheuert aussieht, oder eben nackt ist (wahlweise auch beides). An sich eine gute Idee, aber die Mühen (siehe oben) habt ihr euch doch nicht gemacht, damit es am Ende keiner sieht, oder? Macht also nicht den Fehler und produziert tolle Bilder, die sich gleich wieder im digitalen Nirvana auflösen. Vergesst Snapchat!

Vorbereitung

Wie bei fast allen größeren Projekten ist es natürlich die Vorbereitung, die über den Erfolg entscheidet. Kennt ihr noch Paris Hilton? Weltbekannte Skandalnudel, die gerne mal die Unterwäsche vergessen hat, wenn die Welt damit drohte, sie zu vergessen. Das scheint unterdessen auch nicht mehr so richtig zu funktionieren oder wann habt ihr das letzte mal was von der gehört? Ihr Fehler war einfach, dass sie sich immer daneben benommen hat und so das Sex Tape oder ein paar Fotos unten ohne einfach nicht der Kick waren, mit denen sich die Medien lange beschäftigt haben. Wenn man Paris Hilton mal unten ohne gesehen hat, mal oben ohne, wer interessiert sich dann schon noch für Fotos auf denen sie nackt ist?

Es gilt in diesem Fall also die Spannungskurve möglichst im Auge zu halten, bevor ihr zum großen Höhepunkt ansetzt, damit euch eure Fans eben diesen mit euren Fotos erleben können. Besonders gut machte das Jennifer Lawrence. Gerade mal 24 Jahre alt hat sie es geschafft Top Positionen in Hollywood zu erreichen, ohne sich dafür nackt zu zeigen. Im Blockbuster Die Tribute von Panem schwankt sie zwischen elegantem und totalem Assi-Auftreten, weit weg von jeder Verruchtheit. Gut bei X-Men läuft sie quasi nackt rum, aber immer unter einer schönen Schicht Special Effekts, so dass mehr als grobe Formen nicht erahnbar sind. Das schürt die Spannung und steigert das Verlangen (@Paris: Lies den Absatz am besten noch mal, so hättest du das machen sollen…).

Will keiner Nackt sehen: Angela Merkel! "Angela Merkel Juli 2010 - 3zu4" by Armin Linnartz - File:Angela Merkel, Juli 2010.jpg ("Armin Linnartz site [http://www.cducsu.de/WebUserControls/ShowPicture.aspx?picid=3512&type=3 image"). Licensed under Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0-de via Wikimedia Commons - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Angela_Merkel_Juli_2010_-_3zu4.jpg#mediaviewer/File:Angela_Merkel_Juli_2010_-_3zu4.jpg
Will keiner Nackt sehen: Angela Merkel!
“Angela Merkel Juli 2010 – 3zu4” by Armin Linnartz – File:Angela Merkel, Juli 2010.jpg (“Armin Linnartz site [http://www.cducsu.de/WebUserControls/ShowPicture.aspx?picid=3512&type=3 image”). Licensed under Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0-de via Wikimedia Commons – http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Angela_Merkel_Juli_2010_-_3zu4.jpg#mediaviewer/File:Angela_Merkel_Juli_2010_-_3zu4.jpg
Hilfreich sind ganz allgemein Tätigkeiten, die von den Medien beachtet werden. Dazu zählen neben Film- und TV-Auftritten natürlich Preise wie ein Oscar. Gut vorstellen könnte ich mir auch eine Position in einem der europäischen Königshäuser (stellt euch vor, es hätte mal Nacktfotos von Lady Di gegeben). Bei Politik wäre ich vorsichtig, da dieser Bereich nicht umbedingt mit Erotik verbunden wird…

Da sollte nun also für jeden was dabei sein, oder?

Keine Professionellen Fotos

Wichtig ist natürlich, dass ihr mit euren Fotos nicht in Konkurrenz zu den bekannten und weit verbreiteten Mitbewerbern tretet, die da z.B. der Playboy, FHM & andere Männermagazine wären. An deren Marketing-Maschine könnt ihr nicht vorbei ziehen und deshalb gilt: Home-Made ist Trumpf, Finger weg von Profi Fotografen! Bei der Veröffentlichung soll es ja aussehen wie ein Unfall und das glaubt euch keiner, wenn die Fotos gestochen scharf, perfekt inszeniert und vielleicht sogar noch retuschiert sind.
Erlaubt sind:

  1. Handy
  2. Digitalkamera (Taschenknipse)
  3. Spiegelreflex-Kamera für Selfies, wenn man sieht, dass ihr selbst die Kamera haltet

Verbreitung – lasst es wie einen Unfall aussehen

Nachdem die schweißtreibende Arbeit des Posing vorbei ist, gelangt ihr an den richtig schwierigen Punkt. Platziert eure Bilder nicht auf irgendwelchen billigen Amateur-Seiten, dort geht ihr entweder in der Masse unter oder jeder denkt, es ist ein Fake.
Die besten Aussicht habt ihr meiner Meinung nach mit folgenden zwei Optionen

Handy verlieren

Verliert euer Handy. Lasst es irgendwo liegen. So geschehen damals mit dem iPhone 5 (oder war es ein anderes? Hinweis bitte in den Kommentaren). Das ist ja auch schon weit vor Veröffentlichung in irgend einer Bar liegen geblieben und die Presse hat sich darauf gestürzt. Gerichtsverfahren wurden angedroht und der Buzz war gigantisch. Bei einem neuen iPhone ist der Fall natürlich klar, ihr müsst aber sicher stellen, dass das Handy auch wirklich durchsucht wird. Nichts wäre schlimmer, als wenn jemand so schlau ist, den Telefonbucheintrag “zuhause” anzurufen und euch das verfluchte Ding zurück zu bringen, ohne in den Bilder Ordner geschaut zu haben.
Mein Tipp: möglichst privat wirkendes Selfie als Hintergrundbild (vielleicht schon mit nackter Haut) und die wirklich interessanten Bilder ganz oben im Foto-Ordner, so das sie dann wirklich jeder findet.

Lasst euch hacken

Natürlich ist es nervig, für jeden Versuch Hardware investieren zu müssen und immer ein neues Telefon einrichten ist auch nicht angenehm. Dafür gibt es die Cloud. Auf Wunsch (oder auch, ohne dass ihr es wirklich wahrnehmt) werden all eure schönen Nacktfotos auf den Servern von Google, Apple und Co gespeichert. Wieso also Handy verlieren, wenn darauf sowieso jeder zugreifen kann und das über tausende Kilometer Entfernung.
Um sicher zu stellen, dass ihr auch wirklich gehackt werde solltet ihr dafür sorgen, dass der Account nicht schwer zu finden ist. Nutzt z.B. eine E-Mail Adresse nach dem Schema [email protected] Wenn ihr es geschickt anstellt könnt ihr die Adresse sogar verbreiten. Das Passwort muss natürlich idiotensicher sein. Vorschläge wären password, 1234 oder vorname. Als hilfreich erweisen könnte sich auch, dass auf die Amerikanischen Cloud-Dienste doch der ein oder andere Geheimdienst Zugriff hat. Könntet ihr euch vorstellen, welche Bekanntheit eure Bilder erreichen würden, wenn Edward Snowden sie verbreitet und sie the next big thing bei Wikileaks werden?

Big Player involvieren

Besonders geschickt macht ihr es, wenn ihr davon ablenkt, dass eure Passwort dämlich war, indem ihr behauptet, es wäre eine Sicherheitslücke bei eurem Cloud-Anbieter. Im aktuellen Fall ging es um Apples iCloud. Das zwingt selbst so große Unternehmen dazu, sich mit dem Thema zu beschäftigen und sich zu einer Pressmitteilung herab zu lassen (Reichweite!) und dann auch noch diejenigen, die sonst nichts für Nackte übrig haben (Tech-Magazine), sich damit zu beschäftigen (Reichweite UND gutes Publikum!).

Fazit: Mit Nacktfotos zum Star

Was war zuerst da? Der Star oder das Nacktfoto? Ich behaupte: die haben sich alle nur so angestrengt, um ihre Fotos am Ende möglichst gut zu platzieren. Welchen Zweck soll das sonst haben, was Rihanna, Jennifer Lawrence und die anderen “beruflich” machen? Wenn ihr euch ein wenig davon abschaut und die oben genannten Tipps befolgt, dann werdet ihr sicherlich auch bald in der Lage sein, eure Nacktfotos erfolgreich zu verbreiten!

Nun aber wie versprochen, Heinz Duschanek hat mehr Infos zu den Bildern!

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3 Responses

  1. Promi-Möpse
    Promi-Möpse at |

    […] Josef Max  die lecker Fotos… […]

  2. Martin
    Martin at |

    Idiotensichere Anleitung, die ins englische übersetzt und Paris Hilton zugesteckt, Wirkung zeigen könnte, sollte man meinen. Wenn allerdings Paris Hilton so unempfänglich für Sarkasmus ist, wie Sheldon Cooper, dürfte dieser FAQ für aufmerksamkeitsgierige Promi-Blondinen untauglich sein.

    Ansonsten bleibt wohl nur zu sagen, einfach an die Tipps halten, schließlich ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und Übung macht bekanntlich den Meister.

    Reply
  3. Lauter nackte Promis bei Herrn Schmidt im Wohnzimmer | Es gibt viel zu kommentieren – ruhrmentar.deEs gibt viel zu kommentieren – ruhrmentar.de

    […] erfreute sich offensichtlich an geleakten Bildern von Rihanna und Kirstin Dunst, die er bei einem Hacker mit dem Tarnnamen JMH […]